Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute teile ich meine Gedanken an die eingebaute Active Queue Management (AQM) von OpenWRT, die auch Smart Queue Management (SQM) genannt ist. Als es sich herausstellte, ist dieses Merkmal für die Verringerung von Bufferbloat beabsichtigt, das durch überschüssige Pufferung zu einer hochen Latenzzeit bei Paketvermitteltes Netzwerk, zu ungleichen Paketverzögerungsraten (auch bekannt als Jitter) und zu einem verringerten Netzwerkdurchsatz führen kann. Mehr Informationen darüber sind auf der Wikipedia-Seite zu finden. Laut der eigenen Dokumentation von OpenWRT könnte man durch eine dreiminütige Einspielung und Einstellung eine viel lebendigere Netzwerkverbindung haben. Ich war davon begeistert, weil alle eine bessere Verbindung haben wollen, wenn es nur ein dreminütiges Verfahren kostet. Infolgedessen habe ich die Anweisungen befolgt, um mein Netzwerk zu verbessern.
Schritt eins zufolge habe ich mithilfe zwei unterschiedlichen Dienste zwei Netzwerkgeschwindigkeits-Prüfungen ausgeführt (dslreports.com für Serie A, und speedtest.net für Serie B).
Messung 1A, ohne SQM
Messung 1B, ohne SQM
Alles ist wie erwartet, nichts sieht außerordentlich aus. Der Internetanbieter bietet den versprochenen Dienst an. Ich habe dann die Anleitung befolgt, und stellte SQM ein. Das Verfahren besteht unter anderem aus der Konfiguration der Up- und Download-Geschwindigkeit. Zuerst habe ich die tatsächlichen, gemessenen Geschwindigkeiten eingestellt, aber die Ergebnisse waren leider nicht wie erwartet. Obwohl ich auf dslreports eine ‘A’ Note für BufferBloat bekommen habe, schadete es meine Netzwerkgeschwindigkeit viel: die Up- und Download-Geschwindigkeiten haben an 82.4 und 28.9 Mbit/s abgenommen. Ich war überrascht, weil ich das nicht angenommen habe, dass diese Einstellungen meinen Netzwerkdurchsatz so mächtig ändern würden.
Um mit dem Geblödel aufzuhören, habe ich zweites Mal die empfohlenen Werte (80-95% der tatsächlichen Geschwindigkeit) für SQM eingestellt, dieses Mal war es genau 85% für Up- und Download. Aus irgendeinem Grund haben die Geschwindigkeiten sich an 86/32.2 Mbit/s erhöht, obwohl ich eine Verringerung erwartet habe (das wies die Dokumentation an). Weiterhin, nach der Untersuchung des Schaubilds ist das einfach zu sehen, dass diese Up- und Download-Geschwindigkeit im Vergleich zu der ursprünglichen Geschwindigkeit sehr unregelmäßig ist, indem das letztere nach ein paar Sekunden zumeist gleich war. Hier ist ein Screenshot der 85% Einstellung:
Messung 3A mit SQM. Geschwindigkeit um 85% des Originals eingestellt.
Messung 3B mit SQM. Geschwindigkeit um 85% des Originals eingestellt.
Ich war von diesen Ergebnisse nicht beeindruckt, deswegen habe ich die Werte um 90% erhöht, und jetzt hat die Geschwindigkeit 86.3/32.3 Mbit/s erreiht. Interessanterweise, wenn ich speedtest.net als Messdienst benutzt habe, war der Netzwerkdurchsatz höher, aber es war nicht so hoh als das Original. Das könnte dank der Tatsache sein, dass speedtest.net Servers am nächsten zu der gemessenen Verbindung benutzt. Pings haben diesen Unterschied auch gezeigt, weil dslreports.com am meistens eine Latenzzeit von 22ms ergab, wohingegen die Werte bei speedtest.net immer zirka um 5-6ms blieben.
Letzendlich, um auf der Sicheren Seite zu sein, habe ich die ganze SQM Sache völlig ausgeschaltet, und ich habe dann eine Messung erneut gemacht:
Messung 5A, SQM wieder ausgeschaltet.
Messung 5B, SQM wieder ausgeschaltet.
Das ist offensichtlich, dass die Geschwindigkeiten wieder um die normlan Werte sind, deswegen könnte man das bedenkenlos behaupten, dass SQM eine ganz negative Bewirkung auf den maximalen Netzwerkdurchsatz hat.
Das folgende Diagramm zeigt alle Download-Geschwindigkeiten, das eine Auflistung der Daten folgt:
Gemessene Downloadgeschwindigkeiten für alle SQM Einstellungen (aus, 100%, 85%, 90%, aus).
Alle gemessene Daten, Pings und Graden einschließlich.
Als Zusammenfassung könnte man sagen, dass trotz der Verringerung von BufferBloat (Kolonne B der Auflistung), SQM eine starke negative Auswirkung an den erreichbaren maximalen Netzwerkdurchsatz hat. Andererseits scheint SQM keine Auswirkung an den Ping zu haben, also ich kann jetzt SQM (für mich) für etwas Nutzbares nicht halten, bis auf große Netzwerke. Vielleicht habe ich damit nicht genug gebastelt, aber ich denke, dass ich die “drei Minuten” der offiziellen OpenWRT Dokumentation schon verbracht habe, deswegen werde ich damit aufhören. Ich sage das nicht, dass es komplett sinnlos ist, weil bei großen Netzwerken die Vorteile viel sichtbarer sein könnten (und die Nachteile könnten nicht so überraschend sein), also das in manchen Fällen nutzbar sein kann. Alles in allem, es lohnt sich nicht, bei kleinen Hausnetzwerken damit zu basteln, es sei denn einige besodere Zeitanforderungen sind nötig, oder die Verringerung von BufferBloat ist wichtiger als roher Netzwerkdurchsatz.
Wie immer, vielen Dank fürs Lesen.